Schirmherrin: Katrin Sass
Aufruf zur achten bundesweiten Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien
Das Aufwachsen mit suchtkranken Eltern bedeutet eine schwere Gesundheitsbelastung, von
der schätzungsweise jedes sechste Kind in Deutschland betroffen ist. Der aktuelle
Drogenbericht der Bundesregierung stellt fest, dass für Kinder aus suchtbelasteten Familien
„flächendeckende Hilfe im Rahmen einer Regelversorgung notwendig“ ist. Mit ca. 200
Angeboten für schätzungsweise 2,65 Millionen betroffene Kinder kann hiervon in Deutschland
nicht die Rede sein. Hauptgrund für diese unzureichende Versorgungssituation ist die Tatsache,
dass Hilfen für die Kinder bis heute eben nicht Teil einer Regelversorgung sind, weil es hierfür
keine gesetzlichen Grundlagen gibt.


Kinder aus Suchtfamilien sind die größte bekannte Risikogruppe für eine eigene Suchterkrankung
und lebenslang hochgefährdet für psychische Krankheiten sowie soziale Störungen. Die Schädigungen,
die durch das Aufwachsen mit suchtkranken Eltern entstehen, führen bei den Kindern zu
deutlich erhöhten Gesundheitskosten. Das damit verbundene menschliche Leid der „vergessenen
Kinder“ ist mit Geld nicht zu ermessen.
Derzeit berät die Bundesregierung über die Reform des Sozialgesetzbuches VIII, in dem die
Kinder- und Jugendhilfe geregelt ist. Wir fordern in diesem Zusammenhang die Bundesregierung
und den Bundestag anlässlich der Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien auf, die
gesetzlichen Grundlagen zu schaffen, dass Kinder suchtkranker Eltern ebenso wie Kinder
psychisch kranker Eltern einen Rechtsanspruch auf präventive Hilfen sowie Therapie
erhalten. Diese Hilfen müssen auskömmlich finanziert sein und flächendeckend in allen
Bundesländern als Regelangebot zur Verfügung gestellt werden.
Um diese Forderung zu unterstreichen, veranstalten zahlreiche Einrichtungen, Initiativen, Projekte
und die Verbände der Sucht-Selbsthilfe anlässlich der Aktionswoche wieder Veranstaltungen zum
Thema Kinder aus Suchtfamilien. Bundesweit werden die Veranstaltungen der Aktionswoche
in vielen Städten und Gemeinden Wissen vermitteln, Hoffnung verbreiten und betroffenen
Familien und den Kindern Wege zu Hilfe und Genesung weisen.
Die Fort- und Weiterbildungsangebote im Rahmen der Aktionswoche zielen insbesondere auf
Kindergärten, Schulen, Jugendeinrichtungen, Gesundheitssystem, Jugendhilfe und Suchthilfe.
Denn diese Einrichtungen sind in besonderer Weise geeignet, die Kinder so zu unterstützen, dass
sie sich trotz Widrigkeiten relativ gesund entwickeln können.
Alle Informationen zu den Veranstaltungen und Tipps, wie jedermann und jedefrau an der
Aktionswoche teilnehmen kann, finden sich auf der Website www.coa-aktionswoche.de
Die Aktionswoche läuft parallel zur Children of Alcoholics Week in den USA und in Großbritannien.
Sie steht in Deutschland unter der Schirmherrschaft der Schauspielerin Katrin Sass.
Die Aktionswoche wird unterstützt von der BARMER.
Kontakt: info@coa-aktionswoche.de

Die Aktionswoche ist ein Gemeinschaftsprojekt von:
NACOA Deutschland e.V. Kunst gegen Sucht e.V. Such(t)- und Wendepunkt e. V.
Gierkezeile 39 Brückenstr. 19 Koppel 55
10585 Berlin 40221 Düsseldorf 20099 Hamburg
Tel.: 030/35 12 24 30 Tel.: 0211/876 65 66 Tel.: 040/244 241 80
E-Mail: info@nacoa.de E-Mail: daria-piatkowski@t-online.de E-Mail: info@suchtundwendepunkt.de
12. – 18.2.2017
www.coa-aktionswoche.de